Wer hat mein Eis gegessen?

2010, Edition Orient, 10 Seiten
Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Persisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch, Urdu, Rumänisch
5 Jahre+
Rania Zaghir (Autor/in), Petra Dünges (Übersetzer/in), Racelle Ishak (Illustrator/in)

Ein Mädchen möchte ein Eis essen, ohne sich zu bekleckern. Wie das am besten funktioniert, zeigen ihm viele verschiedene Fantasie- und Fabelwesen, die immer ein wenig vom Eis wegschlecken.

„Da war für mich ja gar nichts mehr übrig geblieben!“

Zusammenfassung

Ein kleines Mädchen sitzt auf einer Parkbank in der Nähe einer Brücke und überlegt, wie es am besten sein Eis essen kann. Sie will es so machen, dass sie sich nicht bekleckert.
Der erste, der daraufhin unter der Brücke hervorspringt und ihm helfen will, ist ein Ungeheuer, welches ihm rät das Eis von unten nach oben zu schlecken. So wird es sich nicht beschmutzen. Daraufhin zeigt es ihm dieses und als das Kind dem Rat folgen will, erscheint ein Drache und rät ihm das Eis genau andersherum, von oben nach unten, zu verspeisen. Auch dieser führt vor, wie das funktioniert. Als nächstes erscheint unter der Brücke ein Greif, der empfiehlt die Süßspeise rundherum von oben nach unten zu schlecken. Er vollführt auch gleich den Vorschlag. Die letzte Anregung kommt von einer Nixe, die sich dafür ausspricht das Eis in einem Bissen in den Mund zu stecken, denn dann wird sie sich nicht besudeln. Als das Mädchen endlich das Eis essen will, ist nichts mehr da, denn jeder der Besucher hat einen Teil davon aufgefressen. Und als es die übrig gebliebene Waffel essen will, taucht ein fünfköpfiger Riese auf. Bevor er ihr jedoch einen Tipp geben kann, isst das kleine Mädchen die Waffel ganz schnell auf. Das Fazit des Kindes lautet, dass sie beim nächsten Mal ihr Eis so essen wird, wie sie es will. Und zwar ohne sich von jemandem hineinreden zu lassen.

Rezension

Geschichte existiert in 19 Parallelübersetzungen

Einordnung

Bei dem zweisprachigen Kinderbuch „Wer hat mein Eis gegessen?“ handelt es sich um eine Parallelübersetzung. Die Geschichte hat Rania Zaghir auf Arabisch geschrieben. Dieses Original ist von Petra Dünges ins Deutsche übersetzt worden. Davon ausgehend ist durch die Profi Schnelldienst Fachübersetzungen GmbH die rumänische Übersetzung entstanden. Außer der deutsch-rumänischen Fassung sind noch 18 weitere Parallelübersetzungen in Kombination mit der deutschen Sprache zu erhalten (beispielsweise Französisch, Russisch oder Kurdisch).
Die Texte stehen im Buch immer auf der linken Seite und die dazu passenden Zeichnungen haben ihren Fokus auf der rechten Seite. Die letzte Doppelseite ist jedoch auf beiden Seiten mit Text und Zeichnungen bedruckt.
Die vorkommenden Fabelwesen entstammen verschiedenen Mythologien. Der Drache und der Greif sind in der orientalischen Mythologie zu finden. Die mittel- bis nordeuropäische Volksüberlieferung ist mit der Nixe vertreten. Riesen sind in allen Mythologien weltweit auffindbar. Bestimmte Eigenschaften, die diese Wesen repräsentieren, zum Beispiel Mut und Stolz beim Greif, finden in dieser Geschichte keine Erwähnung beziehungsweise spielen keine Rolle.

Verdeutlichung der Spracheigenheiten

Bewertung

Der Text wurde zuerst vom Arabischen ins Deutsche übersetzt. Anschließend wurde diese Übersetzung von Petra Dünges als Vorlage zur Übersetzung ins Rumänische genutzt.
Bei dieser Übersetzung ins Rumänische sind einige Unterschiede im Vergleich zur deutschen Version zu beobachten. Teils sind sie der Grammatik der rumänischen Sprache geschuldet, beispielsweise wenn der Text im Deutschen mit „Ich saß..“ beginnt. Im Rumänischen steht dort „Sedeam..“, also ein Wort, denn Informationen wer spricht oder um welche Zeit es sich handelt, sind in dieser Sprache in der Endung eines Verbs enthalten. Ein anderes Beispiel wäre die Übersetzung für das Wort „Happen“, welches es so im Rumänischen nicht gibt. Stattdessen ist immer von „Stücken“ („bucati“) oder „Stückchen“ die Rede. Auch gibt es ein Verb wie „bekleckern“ nicht. Im Rumänischen steht „beschmutzen“ da. Zur Verdeutlichung, wenn das Eis zum Beispiel langsam schmelzen soll oder das Mädchen den Mund ganz weit öffnet, werden in der rumänischen Übersetzung Doppelungen verwendet: „încet-încet“ heißt wörtlich übersetzt „langsam-langsam“ und „mare-mare“ bedeutet „groß-groß“.
Durch diese und andere Beispiele wird deutlich, wie sich Sprachen unterscheiden können und doch das Gleiche aussagen können, denn der Sinn bleibt derselbe.

Schlagworte

Emanzipation Mythologie Parallelübersetzungen Eis Ratschläge Sprachvergleich