Märchen

2016, Europäischer Literaturverlag (elv), 84 Seiten
Deutsch, Russisch
10 Jahre+
Alexander Puschkin (Autor/in)

Gwidon, der Sohn eines Zaren wird mit seiner Mutter durch eine List, ohne Wissen des Vaters, vertrieben. Durch die Rettung der Schwanenprinzessin, die er später heiratet, bekommt der Sohn eine eigene Stadt, über die er herrscht und erlebt viele Abenteuer. Neugierig durch die Berichte von den Wundern dieser Stadt, beschließt der Zar diese zu besuchen. Dabei entdeckt er seine Frau und lernt seinen Sohn kennen.

„Welch ein Wunder! Kommt und schaut!“

Zusammenfassung

Eines Abends träumen drei Schwestern davon, den Zaren zu heiraten. Die erste Schwester will ein Fest für die ganze Welt ausrichten, die zweite eine besondere Leinwand weben und die dritte möchte ihm einen heldenhaften Sohn schenken. Der Zar, der dem Gespräch heimlich zugehört hat, nimmt die jüngste Schwester zu seiner Zarin. Während sich der Zar im Krieg befindet, gebärt die Zarin ihren gemeinsamen Sohn.

Durch eine List ihrer neidischen Schwestern werden die Zarin und ihr Sohn in ein Fass gesteckt und ins Meer gerollt. Sie landen auf der Insel Bujan. Unterwegs ist der Sohn von Stunde zu Stunde gewachsen. Als er auf die Jagd geht, um sich und seiner Mutter Nahrung zu beschaffen, entdeckt er einen in Not geratenen Schwan und rettet ihn. Dieser Schwan ist jedoch eine verhexte Prinzessin. Aus Dankbarkeit zaubert sie ihm eine Stadt, über die er als Fürst Gwidon herrscht.

Nachdem ein Schiff aus Saltans Reich an der Insel ankommt, verzaubert die Schwanenprinzessin Gwidon in eine Mücke, sodass er heimlich seinen Vater sehen kann. So bekommt er mit, wie dem Zaren von der wundervollen Stadt, von dem Nüsse knackenden Eichhörnchen, deren Schalen aus purem Gold und die Kerne aus Smaragden bestehen und von den dreiunddreißig Rittern, die Tschernomor, jeden Tag aus dem Meer hinaufsteigen um Gwidon und seine Wunderstadt zu beschützen. Saltan wird neugierig und möchte diese angepriesene Stadt besichtigen, doch wird dies von den bösen Schwestern verhindert, indem sie ihm von größeren Wundern erzählen.

Zurück auf der Insel berichtet Gwidon der Schwanenprinzessin von diesen Erzählungen und wieder lässt sie alle Wunder in der Stadt wahr werden. Zar Saltan gibt seiner Neugier nach und reist in die sagenumwobene Stadt. Dort erkennt er seine Zarin wieder und lernt seinen Sohn Gwidon kennen, die Schwanenprinzessin verwandelt sich in eine wunderschöne Frau und heiratet Gwidon. Gemeinsam feiern alle überglücklich ein Fest und verzeihen sogar den Schwestern ihre bösen Taten.

Rezension

Parallelübersetzung

Einordnung

Das zweisprachige Buch „Märchen“ von Alexander Puschkin, beinhaltet zwei gedichtete Erzählungen, unter anderem das Märchen vom Zar Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin mit einer Parallelübersetzung. Es wurde von dem Autor Alexander Puschkin auf Russisch verfasst. Es ist nicht ersichtlich, wer es ins Deutsche übersetzt hat. 2007 erschien das Buch in einer russisch-englischen Version (Titel: „Tales“). Darüber hinaus wurde das Märchen verfilmt und feierte als Oper große Erfolge.
Auf der ersten Seite findet man den Namen des Autors sowie den Buchtitel in beiden Sprachen wieder. Auch der Verlag ist benannt. Die Positionierung der Texte findet parallel statt: die deutschen Texte auf der linken und die russischen Texte auf der rechten Seite.
Während die Titelseite eine bunte und märchenhafte Illustration aufzeigt, die einem weitere fantasieanregende Bilder verspricht und die fremde Kultur näher bringt, werden im Buch nur zwei sehr kleine, nicht aussagekräftige Bilder gezeigt.
Die Rückseite des Buchs verrät, dass das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin auf dem russischen Volksmärchen „Die Beine bis zum Knie im Gold, die Arme bis zum Ellbogen im Silber“ beruht.
In dem Märchen werden Themen wie Neid, Liebe, Wunder und Vergebung aufgenommen, die sowohl im Kindesalter, als auch im Jugendalter Anklang finden und dem Altersniveau entsprechend weiter behandelt werden können.

Typisch russisches Märchen mit Einblick in die russische Kultur

Bewertung

Dieses zweisprachige Buch beinhaltet zwei Märchen und wurde vom ELV-Verlag in Form eines Taschenbuchs herausgegeben. Das besprochene Märchen ist ein typisch russisches, volksgebundenes Märchen mit einem Happy End.
Das Märchen hat von verschiedenen Herausgebern unterschiedliche Altersempfehlungen von 5 bis 12 Jahren erhalten. Der ELV-Verlag hat keinerlei Altersangaben. Aufgrund des langen Satzbaus und der gewählten Wortwahl ist das Märchen eher für Jugendliche von 10 bis 12 Jahren geeignet. Auch die Gestaltung des Buches entspricht älteren Kindern. Es werden keine Illustrationen gezeigt, die das Textverständnis unterstützen könnten. Die Form und die Position der Texte sind im Russischen und Deutschen größtenteils aneinander angepasst. Jedoch unterscheidet sich die Textausrichtung in beiden Sprachen teilweise sehr stark und erschwert den Leser(inne)n dadurch die Suche nach einzelnen Wörtern im Text.
Das Märchen bietet des Weiteren auch viel Alteritätserfahrung, da es russische, volksgebundene Inhalte vorweist, wie z.B. Tschernomor- ein russischer Volksheld, dessen Name im Russischen „das Schwarze Meer“ bedeutet. Alexander Puschkin schrieb über das russische Volk für das russische Volk. Zwar bietet es auch Leser(inne)n außerhalb dieser Zielgruppe einen guten ersten Eindruck von der Kultur, jedoch werden diese besonderen Details nur deutlich, wenn man die Sprache, Mentalität und Kultur Russlands kennt.

Medien

Filmausschnitt

Schlagworte

Familie Stadt Parallelübersetzung Kultureinblicke Russland