Hello Marie – alles okay?

2007, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 122 Seiten
Deutsch, Englisch
8 Jahre+
Renate Ahrens (Autor/in), Jan Lieffering (Illustrator/in)

Claire ist neu in Maries Klasse. Obwohl sie kein Deutsch und Marie kaum Englisch sprechen kann, werden sie schnell beste Freundinnen. Doch auch der erste Freundschaftstest steht schon vor der Tür.

„Da machte es gar nichts, dass Claire Englisch sprach und sie Deutsch.“

Zusammenfassung

Denn in ihrer Klasse wird Geld gestohlen und das nicht nur einmal. Weil Claire neu in der Klasse ist, gerät sie bald ungerechtfertigt in Verdacht.
Jetzt kann Marie zeigen, dass sie eine echte Freundin ist und sie zusammen den Fall aufklären können.

Inhaltich beschäftigt sich das Kinderbuch also mit der Freundschaft zweier Mädchen, die erst die Sprache der jeweilig Anderen lernen müssen.

Der Erzähltext des Kinderbuches ist durchweg auf Deutsch verfasst, während die Dialoge zwischen Deutsch und Englisch wechseln. Vor allem die Textanteile von Claire zeichnen sich durch das Englische aus. Da sich die beiden Freundinnen teilweise selbst nicht ganz sicher sind, von was die andere spricht, werden die Sätze fast immer in der jeweils anderen Sprache wiederholt oder inhaltlich aufgegriffen, sodass das thematische Verstehen abgesichert ist.

Durch die deutsch-englische Sprachmischung kann sowohl der Spracherwerb beider Sprachen als auch die Reflexion über diese gefördert werden.

Rezension

Sprachmischung zwischen Deutsch und Englisch

Einordnung

Der Text ist sowohl in deutscher als auch englischer Sprache geschrieben. Lediglich die Passagen, die das irische Mädchen Claire spricht, sind auf Englisch. Es handelt sich also um ein Buch, das sich durch Sprachmischungen auszeichnet.
Die beiden Freundinnen verständigen sich oft mit Händen und Füßen und kleinen, einfachen Sätzen auf Englisch und Deutsch. Da sie selbst nie ganz sicher sind, was die andere da gerade von sich gibt, werden die Sätze fast immer in der jeweils anderen Sprache wiederholt oder inhaltlich aufgegriffen, sodass es eigentlich keine Schwierigkeiten mit dem Verstehen der Geschichte geben kann.

Vermittlung von Strategien zum Verstehen Anderssprachlicher

Bewertung

Der Roman hat nicht nur den Anspruch, die englische Sprache zu fördern oder Vokabeln beizubringen. Der Text setzt sich auch inhaltlich mit dem Thema Mehrsprachigkeit auseinander. Dadurch, dass die beiden Freundinnen Claire und Marie nicht dieselbe Sprache sprechen, entwickeln sie verschiedene Strategien, um sich zu verstehen: Sie verwenden ein Wörterbuch, bitten ältere Schülerinnen und Schüler oder ihre Eltern um Hilfe. Sie benutzen Hände und Füße, Landkarten oder ein Stück Papier, auf das sie ab und zu malen, um sich zu verständigen. Diese Strategien können den Kindern helfen, sich auf eigene mehrsprachige Freundschaften einzulassen und ihnen zeigen, dass es nicht schwer ist, sich mit anderssprachigen Kindern zu verständigen.
Das Buch streift das Thema Fremdsein: Marie kommt neu in die Klasse und wird sofort von einem Mitschüler beschuldigt, einen Diebstahl begangen zu haben.
Das Buch beschäftigt sich also nicht nur damit, Mehrsprachigkeit zu fördern, sondern auch mit deren Vermittlung.

Schlagworte

Schule Mut Freundschaft Fremdsein Sprachmischung