Zimmer frei im Haus der Tiere – Vier Tiere suchen einen Nachmieter

2011, Ariella Verlag, 32 Seiten
Deutsch
3 Jahre+
Leah Goldberg (Autor/in), Mirjam Pressler (Übersetzer/in), Nancy Cote (Illustrator/in)

Dieser Klassiker aus Israel wurde 2011 von Mirjam Pressler übersetzt und mit bunten Bildern versehen. So ist das Kinderbuch mit zeitloser Botschaft von Toleranz und Akzeptanz auf Deutsch erhältlich.

„Oh doch, ich bleibe, … denn ihr seid die Nachbarn, die zu mir passen.“

Zusammenfassung

"Zimmer frei im Haus der Tiere - Vier Tiere suchen einen Nachmieter" - so lautet der Titel eines israelischen Kinderbuchklassikers, welcher bereits 1959 als "Dira LeHaskir" (Wohnung zu vermieten) auf Hebräisch erstmals veröffentlicht wurde.

Über 50 Jahre hat es gedauert, bis dieses Kinderbuch seinen Weg in die deutsche Medienlandschaft gefunden hat. Übersetzt von der preisgekrönten deutschen Kinderbuchautorin Mirjam Pressler und illustriert mit farbenfrohen, comichaften Bildern der amerikanischen Künstlerin Nancy Cote, wurde das Buch im Jahr 2011 jetzt auch in Deutschland veröffentlicht. Leah Goldberg, die Autorin, ist in ihrer Wahlheimat Israel eine anerkannte Persönlichkeit. Die an der Bonner Universität promovierte Wissenschaftlerin arbeitete, nachdem sie 1935 nach Tel-Aviv auswandern musste, an der Universität Jerusalem am Lehrstuhl für vergleichende Literaturwissenschaften. Sie verfasste Zeit ihres Lebens diverse Bücher für Erwachsene und rund 20 Kinderbücher.

Die Erzählung „Zimmer frei im Haus der Tiere“ handelt von einer Gruppe von Tieren, die einen Nachmieter für eine freie Wohnung in ihrem Mietshaus suchen. Henne, Kuckuck, Katze und Eichhörnchen heißen jeden Bewerber freundlich willkommen und führen ihn durch ihr Heim. Doch jeder potentielle neue Mitbewohner hat etwas auszusetzten - an den Mietern! Die Katze ist zu schwarz, die Henne zu dick, das Eichhörnchen zu laut, der Kuckuck eine schlechte Mutter. Die Mietergemeinschaft will schon verzweifeln bei so viel Anfeindung und Zurückweisung, bis schließlich ein Täubchen kommt, um sich die freie Wohnung anzusehen. Auch das Täubchen hat einiges anzumerken – die Zimmer sind klein und der Flur ist dunkel – doch von den lieben Mitmietern ist es so angetan, dass es dennoch mit Freude einzieht und fortan friedlich und glücklich mit den anderen Tieren zusammen lebt.

Rezension

Toleranz und Respekt gegenüber Anderen

Einordnung

Es handelt sich bei Leah Goldbergs Bilderbuch „Zimmer frei im Haus der Tiere“ um eine sogenannte Parallelübersetzung. Das Original des Buches wurde 1959 auf Hebräisch veröffentlicht und 2011 nachträglich von der professionellen Übersetzerin bzw. Kinderbuchautorin Mirjam Pressler übersetzt. Das Buch enthält innerhalb der jeweiligen Sprachedition keine Wörter oder Fragmente einer anderen Sprache, ist also durchgehend in einer Sprache gehalten.
Inhaltlich werden Themen wie Toleranz und ein friedliches Zusammenleben proklamiert. Zeitgleich ist die Erzählung durch seine ansprechende Sprache, die Reime und Mirjam Presslers hochwertigen Übersetzungsstil auch ein sprachästhetischer Lesegenuss.

Auf kurzweilige und liebevolle Art wird das wertschätzende Zusammenleben verschiedenster Individuen kindgerecht aufbereitet

Bewertung

Die Geschichte „Zimmer frei im Haus der Tiere“ von Leah Goldberg stellt einen Appell an Toleranz, Akzeptanz und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlichster Lebewesen dar. Die Unterschiede sind nicht nur kultureller Natur, sondern betreffen alle Bereiche des Lebens. Sei es nun im Fall der Henne, die übergewichtig ist, oder des Eichhörnchens, das einen sehr lauten und unsteten Lebensstil pflegt, oder des Kuckucks, der kein klassisches Familienleben führt, und dennoch sind sie alle liebenswerte Persönlichkeiten. Somit werden unterschiedlichste Formen von Ausgrenzung aufgezeigt und auf kurzweilige und liebevolle Art und Weise die Alternative eines friedlichen und wertschätzenden Zusammenlebens verschiedenster Individuen und Kulturen kindgerecht aufbereitet vermittelt.
Im Hinblick auf die mehrsprachige Kinder- und Jugendliteratur ist es interessant anzumerken, dass dieses Werk keine spezifisch jüdischen Inhalte transportiert, sondern eine allgemein gültige Botschaft von Toleranz und Respekt gegenüber anderen Menschen und Kulturen, geschrieben von einer jüdischen Autorin. Eine Autorin, die ebendiese zeitlosen Werte, vielleicht geprägt durch ihre eigene Biographie, leidenschaftlich vertrat und an zukünftige Generationen weitergeben wollte.

Auszeichnungen

Dt. Akademie für KJL: Bilderbuch des Monats 2012

Schlagworte

Toleranz Tiere Zusammenleben Parallelübersetzung Kinderbuchklassiker Unterschiede