Hallo Claire – I miss you

2005, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 125 Seiten
Deutsch, Englisch
10 Jahre+
Renate Ahrens (Autor/in), Jan Lieffering (Illustrator/in)

Marie und Claire sind beste Freundinnen. Als Claire zurück nach Irland ziehen muss, versprechen sie sich, das auch immer zu bleiben und sich täglich zu mailen. Doch die Distanz erschwert vieles.

"… jetzt blieb ihr nichts anderes übrig, als von Claire Abschied zu nehmen …"

Zusammenfassung

Marie und Claire verstehen und unterstützen sich seit Claire neu in Maries Klasse gekommen ist. Claire kommt ursprünglich aus Irland und spricht Englisch, was jedoch keine Hürde für eine tiefgehende Freundschaft darstellt, da sie sich zu Anfang mit Händen und Füßen oder durch Zeichnungen verständigen. Auch nach zwei Jahren spricht Claire mit Marie Englisch und diese antwortet auf Deutsch. Die beiden sitzen in der Schule stets nebeneinander und nach der Schule erledigen sie beinahe jeden Tag gemeinsam ihre Hausaufgaben, um anschließend etwas zu unternehmen oder sich über Erlebnisse, Kummer und Sorgen auszutauschen. Als Claire erfährt, dass sie wieder nach Irland ziehen muss, weil ihr Vater ein tolles Jobangebot angenommen hat, sind die beiden Freundinnen am Boden zerstört. Sie versprechen sich, trotz der Entfernung beste Freundinnen zu bleiben und sich täglich zu mailen. Doch nach ein paar Wochen wird ihr Kontakt immer weniger und Claire antwortet immer seltener auf Maries E-Mails, nachdem sie einen kleinen Hund bekommen hat, um den sie sich nun kümmert. Marie fühlt sich im Stich gelassen mit ihrem Kummer und stellt ihre Freundschaft in Frage. Die Haushaltshilfe Angelina, die ihre Eltern eingestellt haben, nachdem Maries Mutter aufgrund einer schwierigen Schwangerschaft ins Krankenhaus kommt und nun ihren Vater mit seinen vier Töchtern unterstützen soll, mag Marie auch nicht. Als Claire ihr schließlich noch berichtet, dass sie eine neue Freundin in Irland gefunden hat, fühlt Marie sich betrogen und zweifelt an Claires Treue, was sie ihr vorwurfsvoll in einer E-Mail mitteilt. Nachdem Claire daraufhin verzweifelt bei Marie anruft und Marie nicht mit ihr reden will, herrscht zwischen den beiden vorerst Funkstille. Angelina besänftigt Marie, indem sie ihr von ihrer langjährigen Freundschaft mit einer Frau erzählt, die ebenfalls im Ausland wohnt und die sie auch nur sehr selten sieht. Daraufhin bittet Marie Claire um Verzeihung und die beiden Freundinnen vertragen sich wieder. Jetzt steht einem Besuch in Irland nichts mehr im Weg und die Mädchen genießen ihre gemeinsame Woche und freuen sich schon auf Claires Aufenthalt in Deutschland im Sommer.

Rezension

Sprachmischung

Einordnung

Bei diesem Kinderbuch handelt es sich um ein gemischt mehrsprachiges Buch, wobei die deutsche Sprache stark überwiegt. Es werden einige englische Wörter und Redewendungen vermittelt, da die sprachliche Vielfalt zum Alltag der Protagonistin aufgrund ihrer englischsprachigen besten Freundin gehört. Besonders gut eignet sich dieses Buch daher für Kinder, die schon Erfahrung mit der englischen Sprache gemacht haben und gewisse Vorkenntnisse besitzen und sich durch die teilweise etwas längeren englischen E-Mails von Claire nicht abschrecken lassen. Neue Ausdrücke werden quasi beim Lesen nebenbei aufgenommen.

Mitreißende Geschichte über eine übers Meer hinweg bestehende Freundschaft

Bewertung

Das Kinderbuch „Hello Claire – I miss you“ ist eine mitreißende Geschichte über die tiefe Freundschaft von zwei Mädchen, die beweist, dass selbst eine weite Entfernung zwischen zwei Menschen kein Hindernis bedeuten muss. Inhaltlich sehr gelungen, spricht es genau die Gefühlswelt der weiblichen Leserinnen an, da Freundschaft vor allem ab diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben eines Mädchens spielt und das Buch sehr wirklichkeitsnah geschrieben ist. Zudem sind Stereotypen und kulturelle Traditionen in die Geschichte eingeflochten, die Kindern unbewusst Wissen vermitteln (beispielsweise: in Irland tragen Kinder Schuluniform).
Die englische Sprache wird in diesem Kinderbuch über die Kommunikation von Marie und Claire vermittelt, da Claire stets Englisch mit Marie redet. Diese kennt zwar nicht jede Vokabel, erschließt sie sich jedoch aus dem Kontext oder zieht ein Wörterbuch zu Rate. Dadurch werden die Leser(innen) nicht entmutigt, wenn sie etwas nicht verstehen, da sie sich auf der gleichen Ebene wie Marie bewegen und erkennen, dass es in Ordnung ist, noch nicht jedes Wort zu wissen.

Schlagworte

Freundschaft Familie Eifersucht Ausland Umzug Sprachmischung