Sinan und Felix

2016, SchauHör Verlag, 26 Seiten
Deutsch, Türkisch
6 Jahre+
Aygen-Sibel Celik (Autor/in), Barbara Korthues (Illustrator/in)

Sinan und Felix sind beste Freunde, sie verbringen viel Zeit miteinander. Doch immer, wenn Sinans türkische Freunde hinzukommen, versteht Felix kein Wort mehr und fühlt sich ausgegrenzt.

,,Da verstehe ich doch wieder kein Wort"

Zusammenfassung

Interessant ist hierbei also vor allem, dass es das deutsche Kind ist, das Verständnisschwierigkeiten hat und sich ausgeschlossen fühlt. Schließlich spricht Felix kein Türkisch. Später merkt er aber, dass die Sprache gar nicht so schwer ist und dass er sich immer auf Sinan verlassen kann:

Sinan und Felix verbringen einen Sommertag im Park, als Murat, ein Freund Sinans, hinzukommt. Murat hat einen Fußball dabei und Sinan möchte gerne mit Murat und Felix Fußball spielen. Felix macht widerwillig mit. Während des Fußballspiels ruft Murat den anderen beiden türkische Begriffe zu. Felix versteht nichts, wird sauer und fühlt sich ausgeschlossen. Danach kommt ein türkisches Mädchen mit ihrem Hund hinzu. Felix möchte mit dem Hund spielen und schießt ihm den Ball zu. Der Ball landet aber im See. Gemeinsam versuchen Sinan, Felix und das türkische Mädchen, den Ball aus dem Wasser zu fischen. Murat hilft dabei nicht. Der Hund schleift Felix schließlich in den See hinein. Sinan und das türkische Mädchen ziehen ihn aber wieder heraus. Auch hierbei beteiligt sich Murat wieder nicht. Als Sinan und Felix nach Hause gehen wollen, fällt Felix doch noch ein türkisches Wort ein und wischt Murat damit eins aus.

Rezension

Türkische Ausdrücke gemixt mit Wortboxen zur Aneignung von weiteren türkischen Wörtern

Einordnung

Das Buch Sinan und Felix gehört zur mehrsprachigen Kinderliteratur. Der Text ist vorwiegend auf Deutsch verfasst, jedoch finden sich im deutschen Text immer wieder türkische Ausdrücke oder kurze Sätze wieder. Der Leser/Die Leserin muss sie sich durch Wortboxen selbst übersetzen, wobei diese über die Translation  der türkischen Sätze hinaus gehen, da sie weitere Vokabeln zur Aneignung von türkischen Wörtern bieten. Hinter den Ausdrücken in den Wortfeldern steht zudem die Lautsprache der einzelnen Wörter, was den Kindern bei der Aussprache unbekannter Buchstaben hilft. Die Illustrationen im Text unterstützen das Verständnis der Geschichte. Die Textlänge auf den Seiten variiert. Für Kinder, die motiviert sind und mehr Türkisch lernen möchten, bieten Wortspiele auf den letzten Seiten des Buches eine gute Möglichkeit dazu.

Erste Berührungspunkte mit der türkischen Sprache

Bewertung

Das Buch ist für Kinder, die sich für die türkische Sprache interessieren, sehr gut geeignet. Die Verschriftlichung der Laute der unbekannten Wörter in den Wortboxen motiviert dazu, neue türkische Ausdrücke laut auszusprechen. Außerdem sind die Wortspiele auf den letzten Seiten wie Reime aufgebaut, sodass die Kinder das türkische Wort automatisch richtig aussprechen. Der Spaß-Faktor ist dadurch sehr hoch. Der einzige Kritikpunkt ist, dass der Buchstabe ,,ı‘‘ in Wirklichkeit ungefähr wie der Schwa-Laut ausgesprochen wird, aber im Buch als ,,e‘‘ ohne weitere Erklärung verschriftlicht wird. Weitgehend entspricht die Lautschrift aber der realistischen türkischen Aussprache.

Das Buch lädt die Kinder dazu ein, sich mit einer neuen Sprache auseinanderzusetzen, indem es sie langsam einführt. Dadurch werden die Kinder nicht, wie bei einer Parallelübersetzung, mit zu viel Unbekanntem konfrontiert. Die Struktur der Geschichte ist eindeutig. Im Text befinden sich türkische Wörter, die in den Wortboxen der jeweiligen Doppelseiten erklärt werden. In der Erzählung finden sich häufig kurze Sequenzen wörtlicher Rede. Der Aufbau der Sätze ist parataktisch und der Inhalt einfach verständlich, allerdings auch nicht besonders spannend. Daher ist das Buch für junge Schüler(innen) geeignet. Auch Vorschulkinder würden den Inhalt verstehen, sofern man es ihnen vorliest.

Auszeichnungen

Auszeichnung der Kinderjury der KIBUM Oldenburg 2015

Schlagworte

Freundschaft Sprache Spracherwerb Sprachmischung ungewohnte Perspektive Sprachspiele