Das kleine Wunder – Le petit miracle

2012, Schlieker & Koth Verlag für mehrsprachige Kinderbücher (Edition bi:libri), 32 Seiten
Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Türkisch
6 Jahre+
Lena Hesse (Autor/in), Dominique Kirmer (Übersetzer/in), Lena Hesse (Illustrator/in)

Das kleine Wunder vollbringt alltägliche Wunder. Gerade diese werden aber von den Menschen übersehen. Daher ist es traurig, als es auf Nils trifft.

"Ich sorge für extra viel Schaum in der Badewanne …"

Zusammenfassung

Nils hat schlechte Laune. Erst verliert er beim Tischtennisspielen gegen seinen Freund Tim und dann schießt er auch noch seinen Lieblingsball ins hohe Gras. Beim Suchen stolpert Nils über etwas und hört einen Aufschrei. Er sieht sich um und entdeckt ein kleines Wesen im Gras, das sich als "kleines Wunder" vorstellt. Es erzählt von seinen Familienmitgliedern, die alle große Wunder vollbringen und so von den Menschen immer als solche bezeichnet werden. Sein Onkel zum Beispiel lenkt regelmäßig Meteoriten ab, die auf die Erde zufliegen. Das kleine Wunder selbst jedoch ist traurig. Es vollbringt nicht, wie seine Familie, die großen, sondern die alltäglichen Wunder, wie die Vorhänge aufzuziehen, wenn die Sonne scheint, das Radio lauter zu drehen, wenn ein schönes Lied kommt usw.. Gerade diese Wunder, die täglich geschehen, werden von den Menschen nicht bemerkt - das kleine Wunder wird übersehen. Als Nils seinen Ball wiederfindet, denkt er an die Worte des kleinen Wunders und sagt, dass es ein wahres Wunder sei, diesen Ball im hohen Gras noch wiedergefunden zu haben.

Rezension

Parallelübersetzung in acht Sprachen erhältlich

Einordnung

Das Erstlesebuch "Das kleine Wunder" lässt sich der mehrsprachigen KJL zuordnen, da der komplette Inhalt des Buches in zwei Sprachen dargestellt ist, in diesem Fall Deutsch und Französisch. Es handelt sich demnach um parallele Mehrsprachigkeit. Auch wurde es in die Sprachen Englisch, Russisch, Türkisch, Griechisch, Spanisch und Italienisch übersetzt. Die Textpassagen des Deutschen und des Französischen unterscheiden sich nicht bzgl. der Schriftgröße und der Länge. Sie sind somit gleichberechtigt.
Inhaltlich lässt sich jedoch kein Bezug zur Mehrsprachigkeit oder zur Interkulturalität feststellen.

Geschichte zum Nachdenken

Bewertung

Durch die großen Druckbuchstaben und die einfache Satzstruktur lässt sich der Text gut lesen. Jedoch muss bei der wörtlichen Rede ganz aufmerksam gelesen werden, damit man weiß, wer spricht. Nicht immer wird dies deutlich. Dadurch, dass es zwei unterschiedliche Schriftfarben gibt (Deutsch: blau; Französisch: schwarz), lassen sich die Sprachen optisch gut voneinander unterscheiden. Die Übersetzung ist eine gelungene. Die Illustrationen vertiefen die Textaussage und laden mit einzelnen comicartigen Zeichnungen zum Entdecken ein. Auch ist es eine nachdenkliche Geschichte, die folgende Nachricht enthält: Wir sollen aufmerksamer werden und uns die Wunder des Alltags bewusst machen. Gerade dieses zu erfassen, kann für 6-Jährige noch schwierig sein. Ein weiterer positiver Aspekt ist aber, dass es am Ende des Buches ein zweisprachiges Leserätsel gibt. Die richtigen Antworten ergeben ein Lösungswort. So können die Kinder überprüfen, ob sie die Geschichte verstanden haben – in Deutsch und in Französisch.

Auszeichnungen

Borromäusverein, Erstlesebuch des Monats September 2012

Schlagworte

Aufmerksamkeit Gefühle Ungerechtigkeit kleine „Alltagswunder“ Kleine und große Wunder des Alltags Parallelübersetzung Comicstil Bewusstsein für Alltägliches schärfen