Ben liebt Anna

2017 (11. Auflage), Erstauflage: 1979, Beltz & Gelberg, 76 Seiten
Deutsch
8 Jahre+
Peter Härtling (Autor/in), Sophie Brandes (Illustrator/in)

Bens Problem: Er ist 'verknallt' in die neue Mitschülerin. Anna kommt aus Polen und wird wegen ihrer Fremdheit erst ausgegrenzt. Doch gerade ihre Andersartigkeit weckt Interesse, v.a. bei Ben.

„Tausend Gedanken gingen ihm durch den Kopf.“

Zusammenfassung

In dem Kinderbuch „Ben liebt Anna“ geht es um ein Aussiedlermädchen Namens Anna Mitschek, welches zum Anfang des 4. Schuljahres neu in Bens Klasse kommt. Sie ist mit ihrer Familie aus Polen hergezogen und wird in der Klasse schnell zur Außenseiterin. Ben hingegen empfindet sie als traurig und mit ihren Augen geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf.
Als Ben sich seinem älteren Bruder anvertraut, empfindet dieser Bens Gefühlswelt als seltsam und erzählt das Geheimnis den Eltern weiter. Diese wollen mehr über das Mädchen erfahren. Irgendwann traut sich Ben schließlich, Anna zu fragen, ob sie mit ihm gehen will. Er erhält keine Antwort, bis er schließlich einen Brief von Anna bekommt, indem sie erklärt, dass sie ihn sehen will. So treffen sich die beiden und verbringen viel Zeit miteinander. Die Klasse spottet über sie, bis Anna mit ihrer Familie umziehen muss, da ihr Vater Arbeit im Ruhrgebiet gefunden hat. Das macht Ben sehr traurig und der Abschied fällt schwer.

Rezension

Interkultureller Kinderbuchklassiker

Einordnung

Der Kinderroman "Ben liebt Anna" gilt immer noch als Klassiker unter den Kinderromanen. 1980 erhielt Peter Härtling den Kinder- und Jugendbuchpreis "La vache qui lit". Er wurde auch vom Deutschen ins Persische übersetzt.

Klassiker mit viel Realitätsnähe

Bewertung

In dem Kinderroman „Ben liebt Anna“ geht es um die Liebe, welche mal mit Glück und mal mit Leid verknüpft ist. Dabei veranschaulicht das Buch sowohl, dass Gefühle stets ernst genommen werden sollten als auch, dass die Liebe kein Alter kennt. Oft wird das Thema bereits ab der 3. Klasse aktuell, sodass die Lebenswelt der Kinder aufgegriffen wird. Das Buch behandelt auch die Thematik des "Fremdseins" und der „Armut“. Annas Familie sind Einsiedler, die aus Polen kommen. Der Roman ist sehr realistisch, denn oftmals befinden sich in den Schulklassen Kinder mit Migrationshintergrund, welche durch ihr "Anderssein" nicht immer sofort akzeptiert werden. Die problematischen Themen sind kulturell übergreifend und sehr realitätsnah abgehandelt.

Das Textniveau ist der empfohlenen Altersstufe angemessen. Es gibt nur einen Erzählperspektive, die von Ben. Dies kann einerseits der Einfachheit dienen, andererseits ist es durch diese Darstellung möglich, Anna fast schon als Objekt zu betrachten. Die Haupt- und Nebensätze sind klar strukturiert und daher einfach gehalten. Es handelt sich oft um relativ kurze Sätze, welche das Lesen erleichtern. Die Illustrationen bilden eine hübsche Abwechslung, welche in nahezu jedem Kapitel vorhanden ist. Dies regt die Vorstellung der Kinder an und bringt Motivation.

Alles in allem ist der Klassiker unter den Kinderromanen weiterzuempfehlen. Die Protagonisten sind in dem Alter der jungen Leser(innen), sodass diese sich leicht identifizieren können. Dabei wird unter anderem die Schule und der Klassenverband im Alltag als Lebensraum der Kinder aufgegriffen. Zudem ist es möglich, schwierige Themen aufzugreifen. Abgesehen davon kann das Buch oftmals als Denkanstoß innerhalb des Klassenverbandes dienen und bietet Spielraum für Fantasien und Vorstellungen für die Leserinnen und Leser.

Auszeichnungen

Jugendbuchpreis La vache qui lit 1980

Schlagworte

Liebe Ausgrenzung Andersartigkeit Armut Ausländer Kinderbuchklassiker