Das Mondmädchen

2016, Knesebeck Verlag, 144 Seiten
Deutsch
8 Jahre+
Mehrnousch Zaeri-Esfahani (Autor/in), Mehrdad Zaeri (Illustrator/in)

Mahtab, ein kleines Mädchen aus einem fernen Kaiserreich, muss ihre Heimat verlassen als „die Blutrote“ an die Macht kommt und jeden Tag neue Verbote ausspricht.

„Jede Fee sucht sich ein trauriges Kind auf der Erde und bleibt so lange bei ihm, wie es jemanden braucht.“

Zusammenfassung

Ein kleines Mädchen wird geboren. Es ist hell wie der Vollmond mit pechschwarzem Haar und brauen Augen. Sie soll Mahtab, Mädchen des Mondes, heißen. Sie lebt in einem fernen Kaiserreich, das nach einem Machtwechsel von einer neuen Herrscherin, der „Blutroten“, beherrscht wird. Sie verbietet den Menschen alles: das Lachen, das Singen, das Hören von Musik und eines Tages auch das Tragen von langen Haaren. So werden auch Mahtab eines Nachts ihre geliebten langen Haare abgeschnitten, was das kleine Mädchen todunglücklich macht. Zu diesem Zeitpunkt erscheint ihr das erste Mal Pari, eine Fee mit wunderschönen königsblauen Haaren, die übernatürliche Fähigkeiten hat und ihr verspricht, so lange bei ihr zu bleiben, bis sie sie nicht mehr braucht. Sie ist es auch, die ihr Athabasca, einen geheimnisvollen Ort mit sprechenden Tieren, zeigt.

Als „die Blutrote“ eines Tages das Leben von Mahtabs Brüdern bedroht, beschließt die Familie aus ihrer Heimat zu flüchten. Auf ihrer gefährlichen und langen Reise geben ihr Pari und die Wesen aus Athabasca immer wieder Mut und Trost, wenn das Mädchen zu verzweifeln droht oder die Angst an ihr nagt. Als die Familie auf ihrer Flucht geschnappt wird, sind es die beiden Schwäne Gugu und Iponem, die sie in Sicherheit bringen.

Am Ende verabschiedet sich Pari von Mahtab, da das Mädchen sie nun nicht mehr braucht. Der geheimnisvolle Ort „Athabasca“ würde ihr jedoch immer erhalten bleiben. Er ist ihre innere Quelle, aus der sie immer wieder Kraft schöpfen kann.

Rezension

Fluchtliteratur

Einordnung

Mehrnousch Zaeri-Esfahani macht in ihrem ersten Roman „Das Mondmädchen“ die Flucht einer Familie vom Morgenland ins Abendland zum Thema, die aus Sicht der kleinen Mahtab in deutscher Sprache erzählt wird.

Wundervolle Geschichte zwischen Realität und Traum

Bewertung

Mehrnousch Zaeri-Esfahani hatte den Wunsch ihre eigene Flucht 1985 vom Iran über die Türkei nach Deutschland in einem Roman so zu beschreiben, wie sie diese als Kind empfunden hat. Daraus ist eine wundervolle Geschichte um ein kleines Mädchen entstanden, die zeigt, dass man mit seinen Nöten nicht allein ist und dass die Lösung der Probleme oft in sich selbst gefunden werden kann.

Die Besonderheit dieser Flüchtlingsgeschichte liegt in dem ständigen Wechsel zwischen Realität und Traum. Die Traumwelt geht dabei immer mehr in die Realität über, bis zum Schluss das Unfassbare passiert: die Familie wird in der Realität von den zwei Schwänen aus Athabasca gerettet.

Ergänzt wird die Geschichte mit 15 eindringlichen schwarz-weiß Abbildungen von Mehrdad Zaeri.

Auszeichnungen

Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2015

Schlagworte

Reise Traum Freundschaft Fantasie Tiere Heimat Flucht Ausland Verlust wahre Geschichte Fluchtliteratur Realität