Migrar. Weggehen

2015, Edition Orient, 20 Seiten
Deutsch, Spanisch
5 Jahre+
José Manuel Mateo (Autor/in), Ilse Layer (Übersetzer/in), Javier Martinez Pedro (Illustrator/in)

Ein Kind erzählt seine Erlebnisse, die es mit seiner Familie während der Reise in ein neues Land sammelt. Die Hintergründe, warum die Familie ihr Zuhause verlassen muss, sind nicht sofort klar.

Suche nach einem besseren Leben in der Fremde

Zusammenfassung

Das Leben im Dorf wird von dem Kind als eine ruhige und sichere Zeit beschrieben. Die Familie arbeitet auf einem Feld und leidet keinen Hunger. Das Kind erinnert sich an ein friedliches und geregeltes Leben bis zu dem Tag, an dem die ersten Männer das Dorf verlassen. Es wird beschrieben, wie einige Väter zurückkommen, um ihre Familie nachzuholen. Warum sie das tun, kann das Kind nicht erklären. Sein Leben ändert sich, als auch der eigene Vater die Familie verlässt.

Zunächst schickt er seiner Familie noch Geld, doch dann bricht der Kontakt ab. Als die Familie kein Geld mehr hat, beschließt die Mutter gemeinsam mit ihren beiden Kindern nach dem Vater zu suchen. Eine abenteuerliche Reise in ein fremdes Land beginnt. Als blinde Passagiere eines Güterzugs fahren sie eine Weile, bis sie sich vor den Kontrollen verstecken müssen. Dann geht es zu Fuß weiter. Sie müssen sich oft verstecken und vor der Polizei in Acht nehmen.

Die Erzählung endet kurz nach der Ankunft in Los Angeles. Der Vater bleibt verschwunden, aber die Familie hat wieder eine Arbeit. Der Text lässt offen, ob die Familie den Vater findet und wie sie den Alltag beschreitet.

Rezension

Immigration

Einordnung

Bei der Geschichte handelt es sich um eine Kurzgeschichte, die sich mit der Immigration in ein anderes Land, hier die Vereinigten Staaten, aus finanziellen Gründen beschäftigt. Die Besonderheit dieses Buches ist das große Bild, dass die einzelnen Schritte der Reise visualisiert. Dieses wurde in traditioneller Weise auf Baumrindenpapier gestaltet. Das Bild schafft durch seine vielen Details Gesprächanlässe. Außerdem folgt es der zeitlichen Abfolge der Erzählung.

Bei dieser Ausgabe handelt es sich um eine Parallelübersetzung. Auf der einen Seite ist Deutsch und auf der anderen das mexikanische Spanisch zu sehen. Die Geschichte kann vor- oder selbst gelesen werden. Die Einteilung in kurze Textabschnitte ermöglicht ein Lesen der Geschichte in Etappen.

Ein Kind erlebt die Flucht

Bewertung

Die Erfahrung der Flucht wird aus Sicht eines jungen Kindes beschrieben. Dies zeigt sich im Aufbau der Sätze und den gewählten Ausdrücken. Außerdem werden die Gefühle des Erzählers klar benannt. Mit dem kindlichen Erzähler geht neben der anschaulichen Beschreibung aber auch eine für den Leser zum Teil schwer nachvollziehbare Handlung einher. So wurde „plötzlich alles anders“ und die Männer des Dorfes verlassen nach und nach ihr Zuhause. Die Erklärung für die Auswanderung findet sich in der abschließenden Stellungnahme des Autors. Hier betont er sein Anliegen, auch an die Familien zu denken, die aus finanziellen Gründen in die USA emigrieren.

Medien

Filmausschnitt

Vorgelesene spanische Version mit Illustrationen:

 

Auszeichnungen

Bologna Ragazzi Award (Kategorie New Horizons) 2012 "Esel des Monats" der Zeitschrift Eselsohr 2012

Schlagworte

Reise Migration Interkulturalität Flucht Ausland Umzug