In Afrika war ich nie allein

2003, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 125 Seiten
Deutsch, Englisch, Französisch
8 Jahre+
Marie-Thérèse Schins (Autor/in)

Die elfjährige Doro begleitet ihren Vater ins westafrikanische Togo. Während ihrer Reise besuchen sie die große Familie von Michel, einem Freund von Doros Vater, in Togo und Ghana.

„Du bist dort nicht in Europa, Doro. In Afrika ist alles anders als bei uns.“

Zusammenfassung

Die elfjährige Doro lebt alleine mit ihrem Vater, einem Auslandskorrespondenten einer Zeitung, in Hamburg. Die beiden werden von ihrem Freund Michel nach dessen Heimat Togo eingeladen.

In Lomé, der Hauptstadt von Togo, angekommen, fühlt sich das Mädchen zunächst nicht wirklich wohl. Sie und ihr Vater fallen zwischen den Einheimischen durch ihre helle Hautfarbe schnell auf. Zudem macht ihr das Klima, welches einer Sauna gleicht, zu schaffen. Schnell merkt sie, dass sich das Leben in Togo doch sehr von ihrem Leben in Deutschland unterscheidet. Egal wo sie hingeht, immer hat sie viele Mitglieder von Michels Familie um sich herum. Zudem ist fließendes Wasser und eine Toilette ein Luxus in Afrika. Doch trotz der Sprachbarrieren - die Menschen in Togo sprechen Ewe und Französisch und Doro nicht - findet sie relativ schnell Anschluss.

Auf den Reisen durch Togo lernt Doro die togoische Kultur näher kennen. Ihren Geburtstag feiert sie ebenfalls auf der Reise und wünscht sich eine Reise nach Winneba (Ghana) ans Meer. Dort hat ihr Vater erstmals viel Zeit für sie und die beiden genießen die gemeinsame Zeit mit Spaziergängen und Spielen.

Erneut einen tiefen Eindruck in die afrikanische Kultur erhält Doro in Kumasi, im Landesinneren von Ghana. Dort will ihr Vater unbedingt hinreisen, da sich dort das Zentrum der Ashanti-Kultur befindet. Doro lernt viele Elemente dieser Kultur kennen und besucht mit ihrem Vater, Michel und dem Dolmetscher Sammy das dort stattfindende Kulturfestival, zu dem die Volksstämme Ghanas zusammenkommen.

Zurück in Lomé merkt Doro auf dem Abschiedsfest, dass sie sich bereits daran gewöhnt hat, in Afrika nie allein zu sein. Sie beschließt wiederzukommen, um noch mehr über die Kultur zu erfahren.

Rezension

Vereinzelte Sprachelemente aus den Sprachen Ewe, Englisch und Französisch

Einordnung

Das Kinderbuch „In Afrika war ich nie allein“ ist der Mehrsprachigkeit zuzuordnen, weil die Sprachen Deutsch, Ewe, Englisch und Französisch gesprochen werden. Dabei dominiert das Deutsche, da die Protagonistin Doro aus Hamburg kommt und ihre Gedanken auf Deutsch wiedergibt.

In Togo lernt sie die Sprache Ewe kennen, in der viele Bewohner zu ihr sprechen. Allerdings versteht sie nur einzelne Worte, die ihr Vater oder Michel, ein Freund des Vaters, übersetzen. Mit der Zeit lernt sie einzelne Wörter wie „yovo“ (Weiße) und „ameyibo“ (Schwarze) oder „tsi“ (Wasser) kennen (S. 22, 24). Vereinzelt finden sich französische und englische kurze Sätze, die zu ihr gesprochen werden.

Durch die Sprachbarriere ist das Sprechen mit den togoischen und ghanaischen Kindern manchmal etwas schwierig. Durch Körpersprache gelingt es trotzdem, miteinander zu kommunizieren.

Für die Leserin/den Leser ergibt sich die Bedeutung der englischen, französischen und Ewe-Sprache aus dem Kontext oder aus einer Übersetzung.

"Und die Menschen sieht man kaum noch, weil sie doch auch alle so schwarz wie die Nacht sind. Ein bisschen unheimlich ist mir auf einmal schon..."

Bewertung

Das Buch liefert viele verschiedene Eindrücke von Togo und Ghana. Doro geht während ihrer Reise auf unzählige Unterschiede zwischen Deutschland (Europa) und Togo bzw. Ghana (Afrika) ein. Diese Unterschiedlichkeit stellt das zentrale Thema des Buches dar. Während des Lesens wird klar, wie Doro und mit ihr vielleicht viele Leserinnen und Leser die Lebensstandards in Deutschland als Selbstverständlichkeit hinnehmen.

Viele Vorurteile im Buch werden entweder direkt angesprochen oder tauchen indirekt auf. Die Annäherung an die Togoer und Ghanaer sowie die Beschreibung der Umgebung ist zuweilen einseitig und die Formulierungen an einigen Stellen plump und derb.

Das Buch kann bei richtiger Vorbereitung und Beachtung der verdeckten Vorurteile im Unterricht eingesetzt werden, um sich mit der Bildung und insbesondere dem Abbau von Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Schlagworte

Toleranz Afrika Ferne Länder und Kulturen Sprachmischung Vorurteile