Mein neuer Freund, der Mond

2014, Verlag Edition Orient, 24 Seiten
Arabisch, Deutsch
3 Jahre+
Walid Taher (Autor/in), Petra Dünges (Übersetzer/in), Walid Taher (Illustrator/in)

Karim radelt in der Abenddämmerung nach Hause und entdeckt den Mond am Himmel. Freudig überrascht beginnt er mit diesem Verstecken zu spielen und stellt fest, dass der Mond sein treuer Begleiter ist.

„Manchmal war er links und manchmal rechts.“

Zusammenfassung

Ein Junge namens Karim radelt eines Abends auf seinem Fahrrad nach einem Besuch bei seinem Großvater nach Hause. Hoch über den Bäumen und Dächern der Häuser entdeckt er den Mond am Abendhimmel. Als er um eine Straßenecke biegt, wundert Karim sich, wie der Mond ihm so schnell von einer Straße in die andere folgen kann. Der kleine Junge möchte den Mond herausfordern und beginnt mit ihm zu spielen. Er steigt von seinem Fahrrad ab  und versteckt sich vor ihm zwischen großen Bäumen. Freudig stellt er fest, dass der Mond ihm auch dorthin gefolgt ist und fährt auf seinem Fahrrad weiter nach Hause, den Mond stets als seinen Begleiter hinter, über oder neben ihm. Es scheint auf dem weiteren Heimweg wie ein spaßiges Wettrennen zwischen dem radelnden Jungen und dem Mond, das zur Überraschung des Jungen der Mond gewinnt, da er bereits hell über dem Haus des Jungen scheint. Voller Bewunderung für den Mond überlegt Karim, woher der Mond den Weg zu ihm nach Hause wohl gekannt hat. Im Haus wird Karim bereits von seiner Mutter zum Abendessen empfangen und sein Vater erkundigt sich nach dem Großvater. Karim antwortet verträumt, dass er ganz zauberhaft sei und ihn stets auf seinem Weg begleitet habe  – bezieht sich dabei noch ganz in Gedanken versunken auf den Mond und nicht auf seinen Großvater. Der Vater erkennt die Neugierde und Begeisterung seines Sohnes und gemeinsam begeben sich Vater und Sohn an das Fenster und betrachten den Mond. Der Vater erklärt Karim, dass der Mond sehr weit weg und noch viel größer sei, und er deswegen über ihnen auf allen Wegen scheint. Mit dieser Antwort kann Karim sich nicht ganz zufrieden geben. Er gesteht sich ein, dass für ihn der Mond nicht so weit weg erscheint, da er ihn auf seinem ganzen Weg ganz nah gespürt hat. Karim legt sich schlafen, sieht durch sein Fenster zum Mond hinaus, lächelt zufrieden und wünscht eine gute Nacht, die einzig und allein für seinen neuen Freund den Mond bestimmt ist – welcher seinen Gruß friedlich lächelnd erwidert.

Rezension

Parallelübersetzung

Einordnung

Bei diesem zweisprachigen Bilderbuch handelt es sich um eine Parallelübersetzung. Der Text samt den Illustrationen wurde von Walid Taher auf Arabisch verfasst und von Petra Dünges in die deutsche Sprache übersetzt. Herausgeber des Buches ist der Edition Orient Verlag. Bereits auf Seite eins lassen sich die in dezenten Farben gehaltenen Illustrationen des Autors wiederfinden. Das Gelesene wird auf allen weiteren Seiten durch sehr detailgetreue Zeichnungen veranschaulicht.

Die Textabschnitte auf Deutsch und Arabisch befinden sich meist auf der linken Buchseite, die Zeichnungen verlaufen hingegen über die gesamte Doppelseite und bilden somit eine Einheit. Die Illustrationen orientieren sich künstlerisch am Minimalisimus, da sie nach schematischer Klarheit streben und häufig auf übersichtliche geometrische Grundstrukturen reduziert sind. Die Formen der Textabschnitte sind häufig an die Illustrationen angepasst, die deutsche und die arabische Textfassung unterscheiden sich in der Schriftart.

Erste Berührungspunkte mit der arabischen Sprache

Bewertung

Die vom Edition Orient Verlag ausgesprochene Altersempfehlung von drei bis sieben Jahren für "Mein neuer Freund, der Mond" erscheint durchaus angemessen, da es sich um ein übliches Bilderbuch handelt. Dies kennzeichnet sich dadurch, dass der inhaltliche Wert des Buches neben den knappen Textpassagen durch klare und kindgemäße Zeichnungen zum Ausdruck kommt. Die Verbindung, die sich zwischen dem Jungen Karim und dem Mond zu einer Freundschaft entwickelt, würde ohne die großen, eindringlichen Illustrationen kaum seine Wirkung erzielen. Das gesamte Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was die Identifikation und das Sich-Einfühlen in das Empfinden des Jungen von Seiten des Lesers/der Leserin unterstützt und vereinfacht. Spielerisch personifiziert der Junge den Mond als seinen Freund. Daher ist dieses Buch sicherlich für bilingual aufwachsende Kinder zum Vorlesen oder erste eigene Leseversuche eine Bereicherung, um erste Berührungspunkte mit der arabischen Sprache und dessen Schriftzeichen zu ermöglichen.

Auszeichnungen

Sonderpreis der Kreuzberger Kinderstiftung

Schlagworte

Freundschaft Fantasie Mond Parallelübersetzung Gute Nacht